Schutz vor Zecken

Entzündungen der Haut, Kopfschmerzen, hohes Fieber oder bleibende Schäden – dies können Folgen eines Zeckenstichs sein. Die blutsaugenden Spinnentiere können schwerwiegende Krankheiten übertragen. Erfahren Sie, wie Sie sich vor Zeckenstichen schützen können.

Dieser Artikel beantwortet folgende Fragen:

Wie schützt man sich vor Zecken?

Kann man präventiv Medikamente einnehmen, um sich vor Zecken zu schützen?

Gibt es Sprays, die vor Zecken schützen?

Zecken können unter anderem Viren und Bakterien übertragen. Daher ist es grundsätzlich wichtig, sich vor Zeckenstichen zu schützen. Für den Aufenthalt im Freien gibt es einige praktische Hinweise.

Wie Sie sich vor den blutsaugenden Spinnentieren schützen können

Gegen durch Zecken verursachte Erkrankungen ist die Medizin nur bedingt gerüstet: Während Borreliose mit Antibiotika behandelt, aber nicht geimpft werden kann, ist es bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) umgekehrt: Gegen FSME gibt es eine Impfung, aber keinen Wirkstoff, wenn die Erkrankung erst einmal ausgebrochen ist. Gegen Borreliose gibt es in der Schweiz bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

Mit diesen 7 Tipps schützen Sie sich vor Zecken

  • Aufenthalt im hohen Gras und Unterholz meiden.
  • Dicht schliessende Kleider mit langen Ärmeln und Hosenbeinen tragen.
  • Helle Kleidung tragen, auf denen Zecken besser und schneller erkennbar sind.
  • Insektenabweisende Mittel verwenden (Repellentien).
  • Nach jedem Spaziergang und Aufenthalt im Freien den Körper absuchen.
  • Für alle, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder dorthin reisen, wird vom BAG die FSME-Impfung empfohlen.

Denken Sie daran, auch die Haut Ihrer Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien an allen Stellen gut auf Zecken abzusuchen. Am besten nach einer ausgiebigen Dusche oder nach dem Baden. Besondere Vorsicht gilt bei Kindern mit Sommersprossen, Muttermalen oder dunkleren Hauttönen, da sich die winzigen Spinnentiere weniger gut von der Haut abheben.

Praktische Tipps zum Schutz vor Zecken

Richtiger Schutz vor Zecken

Bis anhin gibt es keinen sicheren Schutz vor Zecken. Am besten ist es, gar nicht erst gestochen zu werden. Mit ein paar praktischen Tipps lässt sich dieses Risiko deutlich verringern.

Zeckenschutz in hohem Gras

Tipp 1: Hohes Gras oder Unterholz währen dem Aufenthalt im Freien meiden, da sich Zecken hauptsächlich dort aufhalten.

Zeckenschutz mit langer Bekleidung

Tipp 2: Die Outdoor-Bekleidung sollte geschlossen sein, mit langen Ärmeln und langen Hosen, damit Zecken der Zugang zur Haut erschwert wird.

Zeckenschutz mit heller Bekleidung

Tipp 3: Für den Aufenthalt im Freien helle Kleider tragen, damit krabbelnde Zecken auf dem Stoff leichter ersichtlich sind.

Zeckenschutz mit hohen Socken

Tipp 4: Die Socken über die Hosenbeine ziehen, damit Zecken nicht so leicht unter die Hose krabbeln können.

Schutz mit Zeckenspray

Tipp 5: Vor dem Aufenthalt im Freien insektenabweisende Mittel (Repellents) auftragen. Hinweis: Diese wirken nur eine limitierte Zeitspanne: Je nach Produkt 1-3 Stunden. Bei längerem Aufenthalt in der Natur das Produkt erneut auftragen.

Nach Zecken absuchen

Tipp 6: Nach jedem Aufenthalt in der Natur den Körper nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautpartien wie die an Achseln, Armen, Kniekehlen, am Intimbereich oder am Hals. Bei Kindern insbesondere den Kopf, beziehungsweise den Haaransatz.

Zeckenschutz mit Impfung

Tipp 7: Nebst Schutzmassnahmen wie der richtigen Bekleidung, Einsprühen von Repellents und gründlichem Absuchen der Haut nach Zecken, kann eine Impfung davor schützen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Diese Impfung ist für alle Personen empfehlenswert, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder sich dort aufhalten. Bezüglich Impfung beraten Ärzte und Apotheker.

Einen 100-prozentigen Zeckenschutz gibt es nicht

Besonders im Frühling und Herbst stechen die Blutsauger häufig zu. Dies aufgrund der für Zecken angenehmeren Aussentemperaturen: Zecken werden erst ab Temperaturen über 8 Grad aktiv. Entsprechend besteht das Risiko für einen Zeckenstich auch bei milden Temperaturen im Winter. Oftmals warten die winzigen Blutsauger an Gräsern, Büschen oder Sträuchern. Sobald ein möglicher Wirt vorbeigeht, lässt sich die Zecke abstreifen und macht sich auf die Suche nach einer geeigneten Stichstelle. Auf der Suche wandert sie am Körper nach oben.

Nebst den 7 Tipps zum Zeckenschutz können weitere Massnahmen unterstützend wirken:

  • Katzen und Hunde kommen öfter in Reviere der blutsaugenden Spinnentiere. Schützen Sie daher Ihre Vierbeiner mit Zeckenschutz-Spray oder einem Zeckenschutz-Halsband. Auch Hunde und Katzen können an Krankheiten wie Borreliose erkranken oder die Parasiten in Ihr Zuhause tragen.
  • Achten Sie beim Absuchen nicht nur auf ausgewachsene Zecken: auch Larven oder Nymphen könnten sich auf Ihrer Haut niedergelassen haben. Diese sind sehr klein, hellbraun und können leicht mit einer Sommersprosse verwechselt werden.
  • Beim Gang durch den Wald oder durch hohes Gras können Sie zusätzlich Ihre Socken über die Hosen ziehen. Modisch sicherlich nicht die hübscheste Lösung, dadurch wird jedoch verhindert, dass die blutsaugenden Spinnentiere an Ihren Beinen hochkrabbeln.
  • Kommt es trotzdem zu einem Zeckenstich, entfernen Sie den Parasiten lieber früher als später: denn dadurch kann das Risiko für Borreliose vermindert werden. Dem ist so, weil die Erreger erst nach mehreren Stunden des Blutsaugens an den Wirt übertragen werden. Rasches Entfernen kann folglich eine allfällige Erkrankung verhindern.
Zeckenstich-Risiko verringern
Klar ist: einen 100-prozentigen Schutz vor Zecken gibt es nicht. Mit den richtigen Schutzmassnahmen lässt sich das Risiko eines Zeckenstichs aber verringern.

Sprays wirken nur kurzfristig als Zeckenschutz

Neben der richtigen Bekleidung kann auch das Auftragen von Zeckenmitteln (Repellentien) abweisend wirken. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass diese nur kurzfristigen Schutz bieten. Das Risiko für einen Stich der Blutsauger besteht trotzdem.

Wirkung von Mitteln aus der Natur wissenschaftlich nicht bestätigt

Schwarzkümmelöl, Kokosöl oder andere Hausmittel – es gibt keine wissenschaftlichen Daten zu deren Wirksamkeit gegen die blutsaugenden Parasiten. Allerdings findet darüber online und offline ein reger Austausch statt.

Für Menschen gibt es keine Tabletten als Zeckenschutz

Im Gegensatz zu Haustieren wie Hunde und Katzen, gibt es für Menschen keinen Schutz durch Tabletten. Auch kann man sich nicht gegen Borreliose impfen. Es gibt jedoch eine Impfung gegen FSME.

Kinder nach Zecken absuchen
Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien gut nach Zecken absuchen.

Schutz vor Zecken bei Kindern: Gut zu wissen

Je öfter sich Kinder im Freien aufhalten, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von einer Zecke gestochen werden. Sie sind nach einem Stich allerdings nicht stärker gefährdet, an Borreliose oder FSME zu erkranken, als Erwachsene. Ausserdem verläuft eine FSME-Infektion bei Kindern oft milder. Es ist trotzdem wichtig, dass Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken abgesucht werden.

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Über die Kampagne

zecken-stich.ch ist eine Aufklärungskampagne über Zecken und durch Zecken übertragbare Krankheiten. Auf dieser Seite finden Sie umfassende Informationen rund um die Themen Zecken, Schutzmöglichkeiten vor Zeckenstichen und die Risiken von durch Zecken übertragbaren Krankheiten. Kontaktieren Sie unbedingt einen Arzt oder Apotheker, wenn nach einem Zeckenstich Beschwerden auftreten oder Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit haben.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) begrüsst die Kampagne «zecken-stich.ch».