Lebensraum der Zecke

Um zu wachsen und sich zu vermehren, sind Zecken auf Blut angewiesen. Dieses finden sie bei anderen Lebewesen wie Menschen oder Wild- und Haustieren. Mit einem Stich können sie Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen.

Dieser Artikel beantwortet folgende Fragen:

Welches sind bevorzugte Lebensräume von Zecken?

Wie alt werden Zecken?

Wie pflanzen sich Zecken fort?

5 Fakten zum Lebenszyklus und Lebensraum der blutsaugenden Parasiten

  1. Sie benötigen mehrere Blutmahlzeiten.
  2. Sie leben je nach Klima und Nahrungsangebot 3 bis 6 Jahre.
  3. Weibliche Tiere legen bis zu 3’000 Eier.
  4. Sie bevorzugen Waldränder, Gräser, Sträucher oder Büsche als Lebensraum.
  5. Sie kommen bis zu einer Höhe von 2’000 Meter über Meer vor.

Lebenszyklus von Zecken

Das Leben der blutsaugenden Spinnentiere beginnt als Larve. Die Körper der Larven messen lediglich bis zu 0,5 Millimeter und haben im Gegensatz zu den folgenden Entwicklungsstadien nur sechs Beine. Nachdem eine Zecke zum ersten Mal Blut zu sich genommen hat, wächst das vierte Beinpaar und sie erreicht das Nymphenstadium. Nymphen erreichen eine Grösse von 1-2 Millimeter und haben einen weissen bis durchsichtigen Körper. Nach einer weiteren Blutmahlzeit wird aus der Nymphe ein ausgewachsener und paarungsbereiter Parasit.

Um ihre Eier ablegen zu können, benötigt die ausgewachsene weibliche Zecke nach der Paarung erneut eine Blutmahlzeit. Sie legt nach der Befruchtung bis zu 3’000 Eier im Laub ab. Die Männchen sterben direkt nach der Paarung, die Weibchen erst nach der Eiablage. Die Blutsauger überleben in freier Wildbahn durchschnittlich 3 bis 6 Jahre.

Von der Larve zur Zecke

Von der Larve zur Zecke
Der Lebenszyklus einer Zecke dauert im Schnitt 3 bis 6 Jahre. Zwischen jeder Reifephase benötigt sie je eine Blutmahlzeit, um sich weiterentwickeln zu können.

Beim Lebensraum zeigen sich Zecken anpassungsfähig

Waldränder, Waldlichtungen, Waldwege und Hecken von Laub- und Mischwäldern mit üppigen Gräsern, Sträuchern und Büschen sowie hohes Gras- und Buschland: Diese Orte zählen zum bevorzugten Lebensraum von Zecken. Die blutsaugenden Parasiten leben in gemässigten Klimata, sind aber bezüglich Höhe und Feuchtigkeit sehr anpassungsfähig. Sie leben auch in Parks oder Gärten – insbesondere, wenn diese in der Nähe von Wäldern liegen und darin Sträucher, Bäume oder hohe Gräser wachsen. Sinkt die Temperatur jedoch während mehrerer Tage unter 8 Grad, fällt das Spinnentier in eine Winterstarre und ist nicht mehr aktiv.

Die Blutsauger warten oftmals auf Büschen oder Gräsern auf ihre Opfer

Die Zecke ernährt sich vom Blut ihrer Opfer. Bei einem Zeckenstich können die Parasiten Krankheiten wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Auf der Jagd nach einer Blutmahlzeit klettern Zecken nicht – wie fälschlicherweise oft angenommen – auf Bäume, um sich mit einem Fall auf ihre Opfer zu stürzen. Meistens klettern die Parasiten bis zur menschlichen Knie- und Hüfthöhe. Zecken sind daher viel eher auf Büschen oder Gräsern anzutreffen als auf Bäumen. Dort warten sie geduldig, um sich bei Gelegenheit von ihren Wirten, wie Menschen oder Wild- und Haustiere, abstreifen zu lassen.

Mit Borrelien oder FSME-Viren infizierte Zecken können Krankheitserreger bei einem Stich an den Wirt übertragen. Die Erreger können Infektionen beim Menschen auslösen, die Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit aber auch schwerere Beschwerden zeigen. Erfahren Sie mehr zu den Symptomen von Borreliose und FSME. Sobald die Zecke mit Blut vollgesogen ist, lässt sie sich wieder auf den Boden fallen.

Wandervögel aufgepasst: Zecken breiten sich auch in den Bergen aus

Menschen, die sich gerne im Freien aufhalten, wird geraten, sich nach einem Waldspaziergang nach den kleinen Parasiten abzusuchen. Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass sich Zecken vor allem bis zu 800 Meter über Meer aufhalten. Denn die blutsaugenden Spinnentiere können bis 2’000 Meter über Meeresspiegel überleben. Daher ist es wichtig, dass sich auch Wanderer vor Zeckenstichen und vor durch Zecken übertragbaren Krankheitserregern wie Borrelien oder FSME-Viren schützen. Selbst Blutsauger, die mit FSME-Viren infiziert sind, können in solch hohen Lagen vorkommen.

Von der Larve zur Zecke
Auch in der Höhe sollte man sich vor Zecken schützen. Zecken kommen bis zu 2'000 Meter über Meer vor.

Bei Verdacht auf eine Infektion nach einem Zeckenstich besser zum Arzt

Zeigen sich nach einem Zeckenstich auffällige Symptome wie Fieber, besprechen Sie diese Beschwerden am besten mit Ihrem Arzt. Es ist möglich, dass die Zecke mit Borrelien oder FSME-Viren infiziert war und somit die Erreger beim Zeckenstich an Sie übertragen wurden.

Mit den richtigen Massnahmen lässt sich das Risiko für einen Zeckenstich mindern. Gegen FSME ist eine wirksame Impfung vorhanden. Mehr zur FSME-Impfung erfahren Sie hier. Anders bei der Borreliose: gegen diese Bakterieninfektion gibt es keine Impfung, aber eine Antibiotikatherapie. Besser lassen Sie es gar nicht erst zum Zeckenstich kommen. Mit geeigneten Massnahmen lässt sich das Risiko für einen Zeckenstich mindern.

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Über die Kampagne

zecken-stich.ch ist eine Aufklärungskampagne über Zecken und durch Zecken übertragbare Krankheiten. Auf dieser Seite finden Sie umfassende Informationen rund um die Themen Zecken, Schutzmöglichkeiten vor Zeckenstichen und die Risiken von durch Zecken übertragbaren Krankheiten. Kontaktieren Sie unbedingt einen Arzt oder Apotheker, wenn nach einem Zeckenstich Beschwerden auftreten oder Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit haben.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) begrüsst die Kampagne «zecken-stich.ch».